Aragno*Eranos Ascona

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The “Aragno*Eranos Ascona” Publishing House was founded in 2019, thanks to a synergy between the Eranos Foundation (Ascona) and the publisher Nino Aragno (Turin), with the precise intention of enhancing the archive documents related to the Eranos Conferences and kept in Ascona by the Foundation. Very rich materials (manuscripts, letters, photographs, paintings, sculptures) have grown over the years, thanks above all to the tireless work of Olga Fröbe-Kapteyn (1881-1962), the cultured and enterprising Dutch creator of the famous annual Tagungen, inaugurated back in 1933 in Ascona: an initiative that, over the course of the century, would later become a unique and pioneering experience in the panorama of twentieth-century cultural life. The publications, enhancing the Foundation’s archival heritage, are in addition to the project of anastatic reprinting of the Eranos Yearbooks (Jahrbücher) started by the publisher Nino Aragno in 2018, as part of a wide-ranging program promoted by the Turin-based Publishing House aimed at further disseminating the institutional publications of some of the major European cultural institutions (the Warburg Institute in London, the Collège de France in Paris, the Freie Universität in Berlin, as well as the Eranos Foundation in Ascona).

Eranos Classics

The Eranos Classics, published by Aragno*Eranos, Ascona, offer the translation into Italian and English of the original texts (with a preface and an introduction to contextualize them historically and thematically) hosted in the Eranos-Jahrbücher: the prestigious series, which has been published almost without interruption since 1933 and now also proposed in anastatic reprint by Nino Aragno Editore. The companion series of the Eranos Excerpta, published by Aragno*Eranos, Ascona, also documents the work done by Eranos over the years, presenting the same selection of texts in the original language.

Eranos Excerpta

The Eranos Excerpta, published by Aragno*Eranos, Ascona, records Eranos’s activity over the years by reprinting the most significant texts that appeared in the Eranos-Jahrbücher: the longstanding editorial series published since 1933 and now being released also in anastatic reprint thanks to Nino Aragno Editore. The companion series of the Eranos Classics, published by Aragno*Eranos, Ascona, offers the translation into Italian and English of the original texts, with a preface and an introduction to contextualize them historically and thematically.

Die Eranos-Tagung vom 7. bis 15. August 1939 war dem Thema „Die Symbolik der Wiedergeburt in religiösen Darstellungen verschiedener Epochen und Orte“ gewidmet. Angeregt durch die brillanten Vorträge der Referenten, hielt Carl Gustav Jung am 15. August zwei nicht vorbereitete Erörterungen zum Thema „Die Psychologie der Wiedergeburt“. Sie bildeten die Abschlussvorträge der Konferenz. Er sprach über die Wiedergeburt als Archetypus, wie er im Mysterium des Koran in der Legende der Sieben Schläfer und dem Engel al-Khiḍr, bekannt als „der Grüne“, dargestellt wird. Ein Thema, das dem Theologen und Islamwissenschaftler Louis Massignon am Herzen lag und mit dem dieser die Konferenz eröffnet hatte. Jung legte großen Wert auf die Mitarbeit Massignons in Eranos, von dem er vieles über die Spiritualität im Islam erfahren hatte. Gerade auf der Eranos-Tagung von 1939, wenige Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, gelang es Jung dank dieser islamischen Denkweise, einen bedeutenden Aspekt des Problems der Dualität zu verstehen. 19 Jahre zuvor ist er durch einen emblematischen Traum, den er in Nordafrika, in Tunis (1920), hatte, bereits mit diesen Erscheinungen konfrontiert worden und hat sie später in seiner Niederschrift Antwort auf Hiob (1952) umfassend ausgearbeitet.

Die Eranos-Tagung vom 7. bis 15. August 1939 war dem Thema „Die Symbolik der Wiedergeburt in der religiösen Vorstellung der Zeiten und Völker“ gewidmet. In diesem Zusammenhang hielt der Priester und Theologiehistoriker Ernesto Buonaiuti einen Vortrag mit dem Titel „Wiedergeburt, Unsterblichkeit und Auferstehung im Urchristentum“, der auf Deutsch im Eranos-Jahrbuch dieses Jahrgangs veröffentlicht wurde. Der Aufsatz enthält bereits wesentliche Positionen, die vielen späteren Überlegungen von Eranos zum spirituellen Problem zugrunde liegen sollten. An erster Stelle eine Vision des Christentums, das in seiner Kontinuität mit anderen Religionen und gleichzeitig in seiner Einzigartigkeit und Besonderheit betrachtet wird. Dann der Vergleich zwischen der „institutionellen“ Dimension des Christentums und einer „freieren“ und „authentischen“ konfessionellen Erfahrung, in der nach Buonaiuti sein wahres Wesen gefunden werden könnte. Und schließlich die Frage nach der Bedeutung historischer Forschung, denn Buonaiuti wollte sich nicht auf einen wissenschaftlichen Diskurs beschränken, sondern die geistige Verfassung des zeitgenössischen Individuums hinterfragen.

Die vom 20. August bis 1. September 1934 durchgeführte zweite Eranos-Tagung zeigte bereits Anzeichen einer sorgfältigen Strukturierung. Sie war dem Thema „Ost-westliche Symbolik und Seelenführung“ gewidmet, und tatsächlich beschäftigte sich fast die Hälfte der Referenten (zwei Indologen, ein Sinologe, ein Experte für Buddhismus und ein hinduistischer Meister) mit orientalistischen Studien. Martin Buber bildete in diesem Kontext einen trait d'union, den Mittler, nicht allein aus geographischer Sicht, zu der ebenfalls bunten „westlichen“ Gruppe, bestehend aus Psychotherapeuten, Theologen, Kunsthistorikern und Künstlern. Der allgemeine, etwas unscharfe Titel dieses, seines einzigen Beitrags zu Eranos: „Sinnbildliche und sakramentale Existenz im Judentum“ lässt in keiner Weise auf den Reichtum des Inhalts seiner beiden zusammengehörigen und deutlich unterschieden Vorträge schließen. Im ersten Teil, „Die sinnbildliche Existenz in der Welt der Prophetie“, geht Buber auf das für den Alten Orient typische biblische Umfeld ein, wobei er grundlegende Unterschiede zwischen dem Prophetentum der Bibel und dem des klassischen Griechenlands herausstellt und die Besonderheiten der Mission der Propheten in Israel hervorhebt, deren gesamte Existenz, neben Taten oder Worten, zum Symbol werden und den Ruf Gottes an sein Volk zum Ausdruck bringen kann. Im zweiten, „Sakramentale Existenz in der Welt des Chassidismus“, thematisiert er die in Podolien entstandene und dann im gesamten mitteleuropäischen Judentum verbreitete chassidische Spiritualität als eine typische Form jüdischer Religiosität in der Neuzeit und beleuchtet ihr komplexes dialektisches Verhältnis zur Kabbala. Buber führt hier als Wegbereiter einige Schlüsselbegriffe dieser mystischen Tradition ein, die in der Folgezeit von Gershom Scholem in ihrer fundamentalen Bedeutung für die jüdische Geschichte gewürdigt werden und damit befreit vom Missverständnis esoterischer Konventikel.

In seinem Vortrag bei der Eranos-Tagung 1946 bietet Erwin Schrödinger einen breiten Überblick über das, was er für „die Leitideen der modernen Naturwissenschaft“ hält. Dies sind in seinen Augen der Darwinismus und die Thermodynamik im 19. sowie die Genetik, die Quantenphysik und die relativistische Feldtheorie im 20. Jahrhundert. Mit diesen konzeptionellen Umwälzungen sind einige fundamentale Probleme verbunden: das Problem der Zeit, das kosmologische Problem und das Problem der physikalischen Ursprünge des Lebens und des Denkens. Schrödinger untersucht die Elemente, die diese tiefgreifenden geistigen Umwälzungen in scheinbar disparaten Bereichen vereinen, und wendet sich dann im zweiten Teil seiner Ausführungen den Problemen zu, die dadurch aufgeworfen werden. Besonders eingehend beschäftigt er sich mit dem Problem der Zeit, dem sich die späteren Eranos Tagungen 1951 und 1978 gesondert widmen werden. Als Schlüsselthemen werden einerseits die Implikationen der Relativitätstheorie diskutiert, in der die zeitliche Ordnung der Phänomene vom Beobachter abhängig ist. Andererseits stellt Schrödinger sich der großen Herausforderung, die Irreversibilität makroskopischer Prozesse in Bezug auf die Bewegungsgleichungen zu verstehen, sowohl auf die klassischen als auch auf die Quantengleichungen, die sich symmetrisch zur Umkehrung der Zeitrechnung verhalten. Die Schlussfolgerung, die Schrödinger aus dieser Betrachtung zieht, lautet: „Die Zeit erscheint uns heute nicht mehr als mächtiger Chronos, Herr des Universums, als etwas Primitives, sondern als eine Konsequenz, die von den Erscheinungen selbst abstammt. Sie ist eine Schöpfung unseres Denkens.“

Der Aufsatz Mysterien der Kabiren. Einleitendes zum Studium antiker Mysterien, als Eröffnungsvortrag der den „Mysterien“ gewidmeten Eranos Tagung im August 1944 erstmals präsentiert, ist modellhaft für Károly Kerényis Vorgehensweise, die sich auf eine sehr breite und tiefe Kenntnis der Zeugnisse der klassischen Welt - sowohl der literarischen als auch der bildlichen - stützt. Sie verbindet eine genaue Betrachtung des Textes mit einer außergewöhnlichen Schärfe in seinen Interpretationen. In dieser Abhandlung werden einige Besonderheiten der Mythologie und der Kulte der Gottheiten im Rahmen einer ursprünglichen Konzeption der griechischen Mysterien erläutert, die für das gesamte Werk Kerényis konstitutiv sind, deren Merkmale hier aber mit einer besonderen Vollständigkeit und Wirksamkeit zusammengefasst und herausgestellt werden. Hintergrund ist eine besondere Sichtweise der antiken Religion, die bestimmte Ideen von Leo Frobenius und Walter F. Otto neu aufgreift und für deren Beschreibung die Mysterienrituale den wesentlichen Ausgangspunkt bilden. In der vorliegenden Neuausgabe schließt sich, wie im Eranos-Jahrbuch von 1944, eine Studie über die Kabiren - die Gottheiten der griechischen Mythologie - an, die den Versuch einer „historischen“ Interpretation der Ausgrabungen der römischen Ruinen des Kastells von Tegna darstellt, die zu dieser Zeit gerade erst begonnen hatten.

Henri-Charles Puech a participé pour la première fois aux Conférences d’Eranos en 1936, dans le cadre d’un cycle de deux ans sur la formation de l’idée de salut en Orient et en Occident (Gestaltung der Erlösungsidee in Ost und West), en donnant une conférence sur le concept de salut dans le manichéisme. Lorsqu’il y retourne pour la deuxième fois en 1951, dans le cadre d’une conférence sur « L’homme et le temps » (Mensch und Zeit), il décide plutôt de se concentrer sur le concept de temps dans le gnosticisme. Pour le mettre en évidence, il le compare et l’oppose, d’une part, à la conception hellénique, qui se caractérise pour lui par la répétitivité et la cyclicité, et d’autre part à la conception chrétienne, qui est linéaire et progressive parce qu’elle est centrée sur l’événement rédempteur du Christ et vise le salut final. La conception gnostique s’oppose aux deux. D’une part, en effet, le temps pour le gnostique, qui voit le monde comme une réalité négative, est un mensonge et une tromperie ou, tout au plus, une illusion, se différenciant ainsi radicalement de la conception procosmique hellénique. D’autre part, puisque le salut s’accomplit au moment de la possession du gnosticisme, grâce à laquelle le gnostique découvre et connaît – ou plutôt, reconnaît – sa nature éternelle, son enracinement ontologique dans l’Absolu, la rédemption chrétienne, enracinée dans le temps, finit par perdre toute valeur salvifique.

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C.P. 779
6612 Ascona
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